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Republik im nordwestlichen Südamerika mit Küste am Pazifik und am Karibischen Meer, 1,39 Mio. km², 45,3 Mio. Einwohner, Hauptstadt Bogotá, Amtssprache Spanisch.
Land und Leute
Von der pazifischen Küstenebene, tropisch-feucht wie ihr karibisches Gegenstück im Norden, steigt Kolumbien steil an zur West-Kordillere, die der Strom des Rio Magdalena vom östlichen Gebirgsrücken trennt, der im Nordosten im Pico Cristóbal Colón 5 775 m hoch aufragt. Auf Hochebenen im gebirgigen Binnenland liegen mit der Hauptstadt und Medellín zwei Bevölkerungszentren, an der karibischen Küste mit Barranquilla das dritte. Sonst sind weite Teile des Landes unwegsam und wenig besiedelt. Die zur Hälfte aus Mestizen und zu einem Viertel aus Mulatten bestehende katholische Bevölkerung ernährt sich karg von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse) und von den Exporterlösen für Kaffee, Zucker, Tabak u. a., die nur zu vermutenden Riesengewinne aus der illegalen Produktion von und dem Handel mit Kokain schöpft eine Rauschgiftmafia (Medellín-Kartell) ab, die Einnahmen aus den reichen Ölquellen zehrt der staatliche Schuldendienst weitgehend auf.
Geschichte
1499 entdeckt, wurde das Gebiet des heutigen Kolumbiens seit 1511 spanisch besiedelt und 1717 in das Vizekönigreich Neugranada einbezogen. 1810 proklamierte eine Junta in Bogotá die Unabhängigkeit, die aber erst 1819 gesichert werden konnte. Kolumbien gab sich 1886 eine mit Änderungen bis heute gültige Verfassung, die aber nicht die sozialen Gräben zu überbrücken vermochte.
Bis in die Gegenwart ist das politische Leben von einem Dauerbürgerkrieg und vom Konflikt zwischen Liberalen und Konservativen geprägt. 1948 brach die "Violencia" aus, ein 10-jähriger Krieg um die Macht, dem 200 000 Menschen zum Opfer fielen. Auch die Einigung der beiden Parteien auf künftig paritätische Machtausübung beendete das Blutvergießen nicht, da neue sozialrevolutionäre Oppositionsgruppen wie die Terrororganisation M-19 entstanden. Zwar gelang auch hier 1988 ein Waffenstillstand, doch bildete sich sogleich eine neue Front zwischen staatlicher Macht und der Rauschgiftmafia. Sie findet Sympathien bei den verarmten ländlichen Massen, denen allein der Kokaanbau ein karges Überleben sichert, da soziale Reformen bisher halbherzig blieben. Andauernde Kämpfe zwischen der Armee, Paramilitärs, Rebellen und den Drogenkartellen, schwere soziale und wirtschaftliche Probleme. Die wohl bekannteste Geisel der Rebellenorganisation FARC, Ingrid Betancourt, konnte im Juli 2008 nach über sechs Jahren Gefangenschaft befreit werden.
2008 gründete Kolumbien zusammen mit den anderen elf unabhängigen Staaten Südamerikas die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) nach Vorbild der Europäischen Union.